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Gutes tun und dabei selbst bestimmen – das macht eine eigene Stiftung möglich. Wie so eine Stiftungsgründung praktisch funktioniert, darüber informiert Monika Reimann,
Individualkundenbetreuerin der Volksbank Beckum. Sie hat sich an der Akademie deutscher Genossenschaften zur „Zertifizierten Stiftungsberaterin“ weitergebildet und steht als Spezialistin Rede und Antwort.
Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Was treibt jemanden dazu an, eine Stiftung zu gründen?
Monika Reimann: Mit einer Stiftung kann jemand einen Teil seines eigenen Vermögens ganz individuell einem guten Zweck zukommen lassen. Dahinter steht der Gedanke zu helfen – und das auch selbst zu organisieren. Die Idee, eine Stiftung zu gründen, kommt oft im Zuge der Nachlassregelung auf, insbesondere dann, wenn es keine direkten Nachkommen gibt. Viele Menschen treibt die Frage an: Wie kann ich mein Vermögen, das ich im Laufe meines Lebens aufgebaut habe, dauerhaft für ein lohnenswertes Projekt erhalten?
Für welche Zwecke kann eine Stiftung eingesetzt werden?
Monika Reimann: Das legt der Stifter ganz individuell nach seinen Vorstellungen fest. Viele Menschen würden sich gern sinnvoll engagieren, möchten aber selbst entscheiden, wo ihre Unterstützung eingesetzt wird. Meist wird in ein soziales, ein kulturelles, oder in ein Naturschutz-Projekt investiert. Das kann dann die Kirche im Ort, das Museum, das Tierheim oder eine bestimmte Forschungsabteilung sein, aber auch eine Schule oder ein Kloster im Ausland.
Gibt es nicht genügend Organisationen, die sich mit diesen Themen beschäftigen? Könnte man denen nicht einfach eine Spende zukommen lassen? Warum also eine Stiftung gründen?
Monika Reimann: Eine Spende mache ich einmalig und habe in der Regel keinen direkten Einfluss darauf, was damit geschieht. Bei einer Stiftung bleibt das Vermögen erhalten und die Erträge daraus fließen dauerhaft genau dem Zweck zu, den der Stifter festlegt.
Wie hoch muss das Mindestvermögen für die Gründung einer Stiftung sein?
Monika Reimann: Ein Mindestvermögen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es sollte aber in einem angemessenen Verhältnis zum Stiftungszweck stehen.
Woher weiß ich, was angemessen ist?
Monika Reimann: Das ist einer der Gründe, weshalb die Volksbank Beckum Stiftungsberatungen anbietet. Immer wieder stellt sich heraus, dass unsere Kunden über die Gründung einer Stiftung nachdenken, aber keine genauen Vorstellungen von der Umsetzung haben. Oder umgekehrt, sie haben recht konkrete Vorstellungen, wissen aber nicht, dass die Lösung „Stiftung“ lauten könnte.